Dienstag 5. Feb. - Pucon, Vulcano Villarrica

Vor 6 Uhr war Tagwache. Ich überprüfte meinen Körper und Kopf und war froh dass es mir anscheinend besser ging. Im POLITOUR Office erhielten wir die Bergausrüstung und wir musterten unsere Mittouristen bestehend aus Holländer, Brasilianerinnen, Israeli und sonstigen. Speziell ins Auge stachen die Brasilianerinnen die eher wie für ein Sonntagsuferspaziergang angezogen waren als für eine Bergwanderung. Dann noch ein 2m Mann aus Holland samt geschätzten 10kg Fotoausrüsten. Ein Minibus fuhr uns an den Fuss des Villarrica auf ca 1400m.ü.M. . Von dort aus führte ein Sessellift auf 1750m.ü.M. 5000 Peso pro Person (10CHF). Liebevoll wurden wir gebeten doch den Lift zu nehmen da dies ca. 1h Marschzeit und viel Energie sparen würde. Aus 3 Gründen entschieden wir uns den Lift nicht zu nehmen: 1. sind die 5000 nur dazu da die Touristen abzuzocken. 2. so musste einer der 6 Guides auch zu Fuss gehen und drittens sind wir Schweizer :-). Als wir bekannt gaben dass wir auch die ersten 350 Höhenmeter zu Fuss erklimmen wollten, erhielten wir ein herrliches Grinsen des jüngsten Guides sowie ein deutsches „Ah, Schwiizer“. Ein Guide kam dann auch auf uns zu und erklärte den bevorstehenden Weg. Danach nahm er uns die Rucksäcke ab – wieso? Er kam nicht mit uns und nahm den Lift…Dann ging es los, ca. 08:45 Uhr Ortszeit. Als wir in der Mitte des ersten Abschnittes waren schwebten die Ersten unserer Gruppe an uns vorbei. Nach gut 28 (Martin) bzw. 32 Minuten erreichten wir unseren wartenden Guide Guido. Wie sich herausstellte ein Schweizer. Nach kurzer Pause machten wir uns auf die ganze Gruppe einzuholen um die endgültigen Gruppen für den Aufstieg zusammenstellen. Nach 15min „rennen“ stiessen wir zu der grossen Gruppe. Kurz nachgefragt ob es noch andere Personen gibt die etwas schneller Aufsteigen möchten und einstimmigen Nein stand die schweizer Gruppe fest. Noch etwas Trash-Talk wie „wir sehen uns ja oben wieder“ oder „heute nicht erst um 18:30 wieder zurück, oder?“ der Guides ging es endgültig los. Guido spazierte in einem höllen Tempo den Berg hinauf. Im harten Schnee hatten sich durch die unzähligen Gruppen gute Wege gebildet.

Als wir jeweils eine Gruppe einholten und diese Platz machen wollten (und offensichtlich auch froh waren kurz verschnaufen zu können) reagierte Guido mit Nein und scherte kurz aus, nahm den direkten Weg vertikal über den Schnee hinauf. Und das Ganze in einem höllen Tempo und nicht etwa um gerade wieder vor der Gruppe auf den Weg einzubiegen sondern meist noch einiges weiter. Da half nur hinterher und daran denken, dass wir ja in der Vorbereitung sind. Aber hart wars schon. Zudem war der Berg voll von Gruppen und die Pace dazwischen auch nicht gerade langsam…In den kurzen Pausen konnten wir dennoch den herrlichen Ausblick auf die umliegenden Berge geniessen. Endlich – nach unter weniger als 3h und 1450 Höhenmeter sind wir um 11:30 Uhr auf 2848m.ü.M. angekommen. Keine anderen Gruppen oben – herrlich. Guido führte uns noch einmal um den Krater herum und nennte die Berge mit Namen (konnte mir nur den Lanin merken). Inklusive Mittagsessen waren wir so 90 Minuten zuoberst und siehe da – aus ersten bekannten Gesichter kam ein Hola. Die erste Gruppe die wir zum 2. Mal sahen :-). Danach eine kurze Einführung über die „Auf dem Arsch den Vulkan runter“ Technik. Die beiden anderen Techniken waren uns schon bekannt: Normal runter „rennen“ oder Skifahren ohne Skis, wovon das Skifahren mit Abstand die kräfteraubenste war. Der ganze Abstieg dauerte rum 1:30h.

Dabei sahen wir die restlichen Gruppen auch das 2. Mal sowie kurz vor der Talstation auch den 2m Mann mit der Fototasche. Dieser hatte anscheinend Höhenangst? und begann mit dem Abstieg als wir auf dem Gipfel waren. Unten wartete der Minibus und als wir abgefahren waren erreicht uns der Funkspruch dass jetzt auch die letzte Gruppe (mit brasilianischen Staatsbürgerinnen) den Krater erreicht hatte… Zurück im Office gabs eine Urkunde sowie das verdiente Bier. Leider das Falsche (Escudo war Bier, Crystal war Bierwasser) was der fachkundige holländische Guide der Mitarbeiterin , welche die Getränke organisiert hatte, auch mitteilte. Danach noch ein Danke zum Abschied und schon lagen wir am Strand. Dort durften meine Badehose auch mal ins Wasser – Chregi’s eher nicht :-). Zum Znacht mal schnell ein paar Spiessli mit Peperoni und Aji (Südamerikanischer Chilli, natürlich nur für Martin und mich) sowie Reis gemacht und ab in den verdienten Erholungsschlaf.

Next Post Previous Post