FC Kerns/Sachseln - FC Meggen

Spielbericht mit einigen taktisch interessanten Facetten

Meggen blieb seiner taktischen Aufstellung treu und liess im 4-2-3-1 auflaufen. Wieder genesen konnte Simi als TH mittun. Davor rückte Bruno zum ersten Mal in dieser Saison von der Aussenbahn ins Zentrum neben Holz. Da Sami zurückgeflittert kam bildete er zusammen mit Rene die wuchtigen AVs. Auch als Premiere besetzte das Duo Kisi / Sevi die Doppelsechs. Die 4 Offensiven waren wie bei den letzten beiden Siegen Lutz, Dinh, Mars und Mirco. Auf der Bank die beiden angeschlagenen M&M’s mit Allrounder Käsli.

Startaufstellung: Müller - von Tobel, Zwyssig, Azevedo, Gutknecht - Kistler, Augstburger - von Felten M., Tran, Polz - Plüss

Startaufstellung: Müller – von Tobel, Zwyssig, Azevedo, Gutknecht – Kistler, Augstburger – von Felten M., Tran, Polz – Plüss

Das Spiel kann grob in 4 Phasen eingeteilt werden. Der Anfangselan von Kerns mit Staffelungs- und Aufbauschwierigkeiten bei Meggen. Eine Anpassungsphase die in Spielkontrolle überging. Dominanter Beginn der 2. Halbzeit sowie hektische Endphase.

Anfangsphase: Kerns zeigte von Beginn an ihre taktische Ausrichtung (notgedrungen). Bereits aus der eigenen Hälfte und ohne Bedrängnis sollte der Ball in die Gefahrenzone von Meggen (hoch) geschlagen werden. Dem entsprechend blieb der ballnahe Flügelspieler von Kerns an der Linie und etwas zurückgezogen. Durch die megger Ballorientierung zog er somit den AV aus der Abwehr. Da eine 3er Kette nicht die ganze Horizontale abdecken kann wurden die Bälle in den Raum oder auf den Kopf geschlagen sodass möglichst ein Lauf- oder Kopfballduell entstand. Eine ganze Reihe solcher Zweikämpfe dominierten die ersten 20 Minuten. Meggen zeigte im Zweikampf gute Arbeit. Jedoch stimmte die Absicherung zwischen den Spielern, die Einrückbewegung und Antizipation nicht sodass es keine freien 2. Bälle gab. Das heisst, der Beginn der Partie bestand aus Zweikämpfen in der Luft, Laufduellen und Einwürfen. Meggen zeigte gerade bei den vielen Einwürfen zu wenig Ballkontrolle und lies den Ball nicht durch die eigenen Reihen zirkulieren. Die Gründe dafür war die extreme Mannorientierung von Kerns welche keinen Spielfluss aufkommen liessen (Foul, Prellball oder hohes Clearing, Spielfeldzustand) und die neue Aufstellung welche sich erst finden musste (Sevi-Kisi, Holz-Bruno). Zudem hatten die MF Spieler gar keinen Spielrhythmus, da sie stehts überspielt wurden.

Anpassungen: Nach einen Viertel zeigten sich die Megger besser auf die weiten Zuspiele von Kerns eingestellt. Die Zuspiele der Linie entlang konnten grösstenteils unterbunden werden, da Sami die Abstimmung zwischen herausrücken und Position halten besser fand. Dinh versuchte die Positionsfehler der letzten beiden Partien zu korrigieren und stellte oft den 6er Raum zu. So musste Kerns, durch das etwas höhere Pressing von Meggen, die Bälle von weit hinten nach vorne schlagen. Dadurch war mehr Zeit für die megger Abwehr sich richtig zum Ball zu bewegen. Genau zwei Mal fehlte die Staffung und der Ball wurde in die Tiefe verlängert. Da aber auch Simi die ersten Minuten von hinten hat analysieren können stand er entsprechend hoch und konnte beide Male klären. Bei der 2. Aktion verletzte er sich und Käsli kam um die Null zu halten. Im Spielaufbau zeigt sich Meggen fehlerhaft oder etwas zu ungenau so dass die Geschwindigkeit in den Angriffen fehlte. Gerade die 6er Sevi und Kisi liessen sich aber nicht vom MF-aversen Spiel aus der Ruhe bringen. Es wurde weiter versucht die 2. Bälle zu kontrollieren und einige Ballstafetten zu starten. Interessanterweise führte eine Aktion, in welcher der kernser MF Spieler den Ball durch die Mitte führen wollte, zum Tor. Kisi und Sevi waren bei diesen anderen wenigen Versuchen stehts in der Lage das MF zu kontrollieren. Nach dem Zweikampf- und Ballgewinn machte Meggen alles richtig und zeigte eine sehr schöne, einfache Konterbewegung.

Mars und Mirco pressen, der Verteidiger wird zu einem Pass ins Zentrum verleitet wo Sevi und Kisi Zugriff herstellen. Kisi gewinnt den Ball, dreht Richtung Tor und attackiert den freien Raum im Zentrum. Dinh lässt sich aus seiner hohen Position aus der gegnerischen 4-er Kette fallen, Mirco macht eine kurze öffnende Bewegung nach rechts und zieht die linke Abwehrseite zu sich. Im Rücken des AV spurtet Lutz in Richtung des erwarteten Schnittstellenpasses (den Raum für den Pass hatte Dinh geöffnet) von Kisi, welcher auch gut getimet kam. Tor.

Mars und Mirco pressen, der Verteidiger wird zu einem Pass ins Zentrum verleitet wo Sevi und Kisi Zugriff herstellen. Kisi gewinnt den Ball, dreht Richtung Tor und attackiert den freien Raum im Zentrum. Dinh lässt sich aus seiner hohen Position aus der gegnerischen 4-er Kette fallen, Mirco macht eine kurze öffnende Bewegung nach rechts und zieht die linke Abwehrseite zu sich. Im Rücken des AV spurtet Lutz in Richtung des erwarteten Schnittstellenpasses (den Raum für den Pass hatte Dinh geöffnet) von Kisi, welcher auch gut getimet kam. Tor.

Nach der Pause dominierte Meggen gegen Kerns weitgehend. Die Mittel dazu waren Überladung und Gegenpressing (meist) auf der rechten Angriffsseite. Lutz zog weit nach innen, oft bis in den rechten Halbraum (schon in der ersten Halbzeit gelegentlich zu sehen). Mirco und Dinh standen noch höher, Rene rückte links aus der 4er Kette einwärts und vorwärt und schloss so etwas das Loch welches Lutz hinterliess. Durch das Überladen hatten Meggen die Überzahl um direkt auf den spielschwachen AV von Kerns zu pressen. (Bild). Einer der 6er, meist Kisi spielt nun immer öffter als 8er sodass in der offensive in 3-2-1-4 ähnlichen Anordung gespielt wurde. In extremen Fällen war sogar ein 4-1-1-4 zu erkennen. Kisi und Sevi konnten quasi zu zweit das gesamte Mittelfeld abdecken, welches eh nicht von Kerns bespielt wurde.

Anordnung im 3-2-1-4 nach der Halbzeit.

Anordnung im 3-2-1-4 nach der Halbzeit.

In der Schlussphase änderte sich an der Spielanlage, da Kerns nicht in der Lage war und Meggen keine weiteren Tore erzielte, nichts. Jedoch gelang es Kerns nun wieder vermehrt die Seiten weit anzuspielen und dort die Megger in Zweikämpfe zu verwickeln. Die Megger verhielten sich in diesen Situationen undiszipliniert, was zu vielen Freistössen und Flanken in den 5 Meter Raum führte. Dadurch kam es gegen Ende zu einigen unübersichtlichen Situationen im megger Strafraum da Meggen schwächen beim Clearing zeigte. Daraus entstanden einige heikle Situationen. Käsli hatte jedoch die Ruhe eines Neuers und die Anzeihungskraft eines Magneto.

Fazit: Zum Abschluss der Vorrunde einen darf man sich einen Vergleich mit Bayern erlauben? (ja, so gross ist das Selbstverständnis in Meggen inzwischen). Müller agierte wie Neuer als Libero, Käsli zeigte dessen Ruhe. Rene bewegte sich zum Teil aus der Kette wie Alaba. Das Mittelfeld Dreieck oder Duo zeigte sich oft fluid, die Aussen sind für die Dribblings zuständig und gefahren Herde Nummer eins. Mirco hatte was von Gomez mit seiner Präsenz im Zentrum. Meggen baut auf Gegenpressing und Konterverteidigung. Es gab einige Spielphasen da stand man permanent in der gegnerischen Platzhälfte, Phasen da zerlegte man die Abwehrreihen nach Belieben (wie der FCB gestern gegen die AS von Rom) oder man drehte kurz ein Spiel innerhalb von 6 Minuten dank taktischen Veränderung, Fluidität und Überladung. (MRK)

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